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Global Board Diversity Tracker 2024

Diversität in Aufsichtsräten und Vorständen: Zwei Schritte vor, einer zurück

Der Global Board Diversity Tracker von Egon Zehnder zeigt, dass Vielfalt, Gleichberechtigung und Inklusion in den Führungsetagen globaler Unternehmen seit zwanzig Jahren kontinuierlich zunehmen – mal schneller, mal langsamer. Bricht jetzt der Trend zu mehr Diversität?

Seit mehr als 20 Jahren beobachtet Egon Zehnder, wie sich die Zusammensetzung von Aufsichtsräten und Vorständen in Unternehmen auf der ganzen Welt verändert. Alle zwei Jahre fasst der Global Board Diversity Tracker von Egon Zehnder den aktuellen Stand zusammen – und gibt Auskunft darüber, wie sich Vielfalt, Gleichberechtigung und Inklusion in den Führungsetagen entwickeln.

Kleine, aber kontinuierliche Schritte Richtung Vielfalt

Die Langfristanalyse zeigt: Mal beschleunigt sich der Fortschritt, mal verlangsamt er sich – insgesamt aber hat die Diversität in Aufsichtsräten und Vorständen kontinuierlich zugenommen. Über einen Zeitraum von 12 Jahren, von 2012 bis 2024, ist etwa der Prozentsatz der mit Frauen besetzten Vorstandspositionen weltweit kontinuierlich von 13,6 Prozent auf 29,3 Prozent gestiegen, mit einem durchschnittlichen Zuwachs von 2,6 Prozent alle zwei Jahre. Insgesamt waren im Jahr 2024 96 Prozent der Führungsgremien mit mindestens einer weiblichen Führungspersönlichkeit besetzt.

Wellenbewegungen des Diversitätstrends

Die Jahre 2018 bis 2023 waren von einer Intensivierung des Trends zu mehr Diversität geprägt, befeuert durch gesellschaftliche Entwicklungen wie die #MeToo-Bewegung und intensive Proteste gegen Rassendiskriminierung insbesondere in den USA.

Die aktuelle Ausgabe des Global Board Diversity Trackers für die Jahre 2024 bis 2025 lässt hingegen vermuten, dass nun eine Verlangsamung des Langfristtrends einsetzen könnte – wiederum getrieben von aktuellen gesellschaftlichen Debatten. Programme, die darauf abzielen, die Vielfalt in der Wirtschaft zu erhöhen, werden insbesondere in den USA angegriffen – vonseiten der neuen Regierung, aber auch in den sozialen Medien und vor Gericht. Auch in zahlreichen europäischen Ländern sind Gegner:innen des Diversitätstrends lauter geworden und haben an Einfluss gewonnen.

Stimmungswechsel ausgehend von den USA

Die Zahlen des Global Board Diversity Trackers für das Jahr 2024 zeigen: Die Zahl der neu ernannten weiblichen Aufsichtsrats- und Vorstandsmitglieder sank im weltweiten Durchschnitt von 16,3 Prozent im Jahr 2022 auf 14,2 Prozent im Jahr 2024.

Auch wenn insgesamt mehr Frauen in die Vorstände und Aufsichtsräte einziehen, steigen sie innerhalb der Gremien nicht mehr im gleichen Tempo auf wie in den Vorjahren. Der Anteil der Frauen, die den Vorsitz in Ausschüssen führen, ist zwar gestiegen (28,5 Prozent im Jahr 2024 im Vergleich zu 25 Prozent im Jahr 2022), jedoch ist der Anteil der Frauen, die den Vorsitz im Vorstand führen, auf 5,2 Prozent gesunken, gegenüber 6,2 Prozent im Jahr 2022.

Ein Blick auf die USA offenbart, dass dort zudem Aufsichtsrats- und Vorstandsmitglieder, die ethnischen Minderheiten angehören, zuletzt seltener berufen wurden. Betrachtet man etwa die Unternehmen im US-Aktienindex S&P 500, so machten People of Color im Jahr 2022 34,1 Prozent der neuen Vorstandsmitglieder aus, 2024 waren es nur noch 24,2 Prozent. 

Ausblick: Neuer Ton, mäßigeres Tempo

In der öffentlichen Debatte wird angesichts der jüngsten Entwicklungen vielerorts die Frage gestellt, ob sich die Entwicklung zu mehr Diversität, Gleichberechtigung und Inklusion lediglich verlangsamt – oder ob das Pendel in die Gegenrichtung ausschlägt.

Unsere Gespräche mit Aufsichtsrät:innen und Vorständ:innen zeigen, dass eine radikale Gegenbewegung in der Breite der Wirtschaft eher nicht zu erwarten ist. Viele Unternehmen könnten inmitten der neuen Stimmungs- und Debattenlage zwar ihren Ton und ihr Tempo in Sachen Diversitätsmanagement mäßigen und womöglich auch einzelne Programme auf den Prüfstand stellen. Führungspersönlichkeiten betrachten Vielfalt aber gerade in einer komplexen und schnelllebigen Welt weiterhin als entscheidend für ihren Unternehmenserfolg – unserer Erfahrung nach zu Recht.

Gezielte Nachfolgeplanung wird noch wichtiger

Aus den aktuellen Zahlen des Global Diversity Trackers und aus unseren Gesprächen mit Führungspersönlichkeiten globaler Unternehmen lässt sich eine zentrale Erkenntnis ableiten: Der Weg zu vielfältigen und damit wettbewerbs- und zukunftsfähigeren Führungsteams ist in den kommenden Jahren alles andere als ein Selbstläufer. Eine gezielte Nachfolgeplanung sowie transparente und strukturierte Prozesse in der Entwicklung von Führungspersönlichkeiten und -gremien gewinnen an Bedeutung für Unternehmen, die jetzt keine Rückschritte machen wollen. 
Weitere Daten zur Diversität in Aufsichtsräten und Vorständen finden Sie im vollständigen Global Board Diversity Tracker Bericht: https://www.egonzehnder.com/global-board-diversity-tracker

Über den Global Board Diversity Tracker

Der Bericht Global Board Diversity Tracker, der in den vergangenen 20 Jahren alle zwei Jahre veröffentlicht wurde, verfolgt und analysiert die Fortschritte bei der weltweiten Vielfalt in Vorständen. Für die aktuelle Ausgabe des Berichts wurden Daten von 1792 börsennotierten Unternehmen aus 44 Ländern mit einer Marktkapitalisierung von mehr als acht Milliarden Euro verwendet – Organisationen, die den Einfluss und die Möglichkeit haben, wirtschaftliche und kulturelle Auswirkungen für ganze Gesellschaften und Einzelpersonen zu fördern.

Den vollständigen Report herunterladen
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Media Requests

Martin Klusmann
Global Marketing Lead
martin.klusmann@egonzehnder.com

Global Diversity Specialist: 

Raminder Kaur

Research: Sonika Ganjoo, Dirghi Agarwal
and Atul Dhingra with data from BoardEx

Editorial Team

Content Leads: Cheryl Soltis Martel, Luisa Zottis
and Hampton Carey

Digital Leads: Joanna Scheffel, Amadeu Porto
and Shed Collective

Design: Richard Khuptong, Aditya Gupta,
Sakshi Kakkar, Vikramjeet Singh Rakhroy,
Dora Tubik and Markus Schuler

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